Fallbericht klassische homöopathische Behandlung eines progressiven Siebbeinhämatomes ( PHS ) beim Pferd

Vorgeschichte zum Pferd Chayenne, 19 Jahre, Pinto Araber Mix. Kern gesundes Pferd bis vor ca. 4 Jahren, damals bekam sie eine schwere Kolik. Es folgte eine schwere Op mit Entfernung von 2,5 m Dünndarm. Nach der OP vergingen 8 Wochen Klinikaufenthalt mit starken Fieberschüben, beidseitiger Trombophlebitis, Narbenbruch, Futterverweigerung, Kreislaufzusammenbrüchen und mehr. Zurückgeblieben ist die Venenproblematik und der Bauchdeckenbruch von 3 cm. Ein Jahr später begann leichtes Nasenbluten aus der linken Nüster. Es wurde mal schlimmer und mal besser. Behandlungsversuche mit MMS erbrachten immer wieder leichte Erfolge. Im letzten Herbst staute sich durch die Venenproblematik sehr viel Flüssigkeit im Kopf, so das ein erneuter kurzer Klinikaufenthalt notwendig war. Die Schwellung ging von alleine zurück. Es wurde Schulmedizinisch nicht eingegriffen. Dennoch ließ ich zahlreiche Untersuchungen durchführen um die Ursache des Nasenblutens zu finden ( Ultraschall der Venen, Röntgenbilder des Kopfes, Endoskopie der Nasengänge, großes Blutbild usw.) Dabei entdeckte man dann das progressive Siebbeinhämatom, walnussgroß tumorös verändert, welches der Auslöser des einseitigen Nasenblutens war. Zusätzlich stellte man eine leichte Kehlkopflähmung fest. Zur Erklärung des PHS: Das Siebbein ist ein paariger, rohrartiger Schädelknochen. Es liegt zwischen den Augen und begrenzt die Nasenhöhle gegen die Schädelhöhle. Im Inneren des Rohres befindet sich das Siebbeinlabyrinth. Es besteht aus zahlreiche Spiralen, die von Riechschleimhaut überzogen sind. Das progressive Siebbeinhämatom ist eine Wucherung des Siebbeinlabyrinths. Die Wucherung kann sich in die Nase, die Nasennebenhöhlen und den Rachen ausdehnen und zu chronischem Nasenbluten und Atembeschwerden führen. Durch eine Endoskopie der Nasengänge lässt es sich diagnostizieren. Bei kleineren Tumoren ist eine konservative Therapie mithilfe von wiederholten Formalininjektionen möglich, größere erfordern oftmals ein chirurgisches Vorgehen. Je nach Größe der Wucherung kann die Operation über das Endoskop oder durch ein Knochenfenster erfolgen (Bone-Flap). Da es sich bei dem Patienten um mein eigenes Pferd handelt, hatte ich nun die Wahl zwischen OP, Formalinbehandlung in 4 Sitzungen oder selbst einen alternativen Behandlungsweg einzuschlagen! Die Risiken für eine OP und die Formalinbehandlung ( Narkose, Stress, Infektionsgefahr, Rezidive ) waren mir selbst zu groß, der Kostenaufwand enorm. Also entschied ich mich meinem Pferd selbst zu Helfen. Ziel der Behandlung ist das Aufhalten der Entwicklung und Eindämmen der Blutungen. Am 18.02.2014 klassische homöopathische Behandlung nach ausführlicher Anamnese, mit sofortiger Reaktion: Abgeschlagenheit, Schluckbeschwerden Am 21.02.2014 starke Erstreaktion, Pferd liegt ca. 1 Stunde auf der Koppel, lässt sich nicht zum Aufstehen bewegen, leichtes zittern, kein Fieber, sie schien Schmerzen zu haben. Plötzlich steht sie auf und es war als ob nie etwas gewesen ist. 10 Minuten späten schnaupte sie ca 8 – 10 mal stark ab, aus der linken Nüster kamen etwa 1 – 2 cm große rosane Schleimhautbatzen, kein Blut. Sie wirkte noch etwas ,müde aber Fressen und trinken war kein Problem. Auch der Tierarzt, der später hinzu kam, konnte außer stärkerer Blinddarmgeräusche nichts feststellen. Ab dem 23.02.2014 blutiger Schleim, mit braunen Beimischungen wurden zum täglichen Begleiter, mal mehr mal weniger, nach Bewegung löste es sich vermehrt, der Schleim tropfte regelrecht heraus. Aber sie fühlte sich fitter, wurde weniger von den anderen Pferden vertrieben! Die Schluckbeschwerden ließen nach! Ab dem 07.03.2014 kam nur noch bräunlicher Schleim ohne Blutbeimengungen. Ab dem 10.03.2014 ist Chayenne frei von Nasenausfluss, und Nasenbluten, insgesamt wirkt Sie ausgeglichener und auch die tägliche Fellpflege mit den anderen Pferden macht wieder Spaß. Ich werde berichten wie sich der weitere Behandlungsverlauf des progressiven Siebbeinhämatomes bei Chayenne auswirkt. Auch wenn ich meiner Stute Klinikaufenthalte ersparen möchte, werde ich wohl nicht umhin kommen, den Verlauf Kontrollieren zu lassen.

Eure Mobile Tierheilpraxis Schiller

 

2 thoughts on “Fallbericht: Behandlungsverlauf progressives Siebbeinhämatom mit Homöopathie”

  1. Schade das über den weiteren Verlauf nicht berichtet wurde. Ich mußte im Juli meinen Araber mit 23 Jahren gehen lassen. Unser TA konnte keine Diagnose stellen und so fuhr ich nach Lüsche. Hier stellte man ein riesiges Siebbeinhämatom fest. Symtome hatte er nur 2 Monate und kein Nasenbluten. Er hatte starken Mundgeruch und ein Atemgeräusch und war trotzdem fit. Ich habe in den 50 Jahren, die ich mit Pferden verbringe so etwas noch nie gesehen. Ich weiß, das ich das richtige getan habe, verfolge es aber immer noch im Internet
    Ich möchte einfach mehr darüber wissen.
    LG Melanie Schaper

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